Qualitätsmanagement

Ein wesentliches Merkmal des QM-Systems nach AWO-QM-Konzept ist es, die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit auf der Grundlage des PDCA-Regelkreises und der fachlichen AWO-Qualitätskriterien systematisch aufzubauen und überprüfbar zu machen. In den 81 Tageseinrichtungen des Fachverbandes sind diese Elemente untrennbar miteinander verbunden und bauen aufeinander auf. Eine Grundlage für die Planung der pädagogischen Prozesse bilden Beobachtungen. Diese dienen der Sammlung von Informationen zu den Kindern als Grundlage für die pädagogische Arbeit. Es wird zwischen wahrnehmender und systematischer Beobachtung unterscheiden. Wahrnehmende Beobachtung erfolgt im Gruppenalltag und wird dokumentiert durch z.B. Fotos, Aufzeichnungen in Beobachtungsbögen oder Kurzbeschreibungen auf der Rückseite von Kinderzeichnungen. Systematische Beobachtungen nehmen die Kinder mit ihren Stärken und Fähigkeiten in der Wechselwirkung zur erzieherischen Umwelt in den Blick.
Zweimal jährlich werden alle Kinder einer Gruppe nach dem Leuvener Beobachtungsmodell anhand von vorgegebenen Kriterien beobachtet. Bei diesem Beobachtungsmodell werden anhand von Signalen die Indikatoren „Engagiertheit" und „Emotionales Wohlbefinden" eingeschätzt. Es wird geprüft, was die erzieherische Umwelt bei den Kindern bewirkt. Die Ergebnisse werden in Beziehung gesetzt zu den Bildungsbereichen und in einem spezifischen Beobachtungsbogen dokumentiert, der hierfür - in Abstimmung mit Prof. Laevers, Universität Leuven - entwickelt wurde.

In der Situationsanalyse werden wesentliche Aspekte zur Situation der Kinder und der Gesamtgruppe analysiert und dokumentiert. Sie erfolgt fortlaufend und wird mindestens siebenmal jährlich in Auswertungs- und Planungsbesprechungen in der Gesamtheit durch die Erzieherin aktualisiert. Auszüge zu den Aspekten der Situationsanalyse:

  • Interessenslagen, Neigungen, derzeitige Aktivitäten der Kinder in der Gruppe

  • Äußerungen und Erzählungen/Berichte der Kinder

  • Fragen und Wünsche der Kinder

  • Beobachtung der pädagogischen MitarbeiterInnen

  • (z.B. wenig/viele Konflikte; ruhige/unruhige Spielsituationen; Gruppengefüge)

  • Bevorzugte Spielbereiche und Materialien

  • Überlegungen der pädagogischen MitarbeiterInnen hinsichtlich zukünftiger Situationen der Kinder

  • Äußerungen und Wünsche von Eltern

·
Konsequenzen:

  • Abgeleitete Ziele für die konkrete Gestaltung der Räume und Außenanlagen

  • Abgeleitete Projektthemen

  • Abgeleitete Bereiche für Angebote / Aktivitäten

Die Gestaltung der Spielbereiche und Materialien kommt im Hinblick auf die Selbstbildungspotenziale der Kinder eine hohe Bedeutung zu. Deshalb wird die Gestaltung regelmäßig auf der Grundlage der Beobachtungsergebnisse und der Situationsanalyse angepasst. Projekte werden aus den Beobachtungen und der Situationsanalyse abgeleitet und mit Beteiligung der Kinder geplant, durchgeführt und dokumentiert. Jedes Projekt wird nach Abschluss von den Kindern und Erzieherinnen den Eltern in unterschiedlicher Form (z.B. durch eine Fotowand) präsentiert. Die Auswertung der Projekte umfasst die Überprüfung und die Festlegung von Verbesserungspotenzialen für nachfolgende Projekte. Darüber hinaus wird ein Aktivitätenspiegel geführt, in dem festgehalten wird, welches Kind an welchem Angebot teilgenommen hat. Hierdurch wird „auf einen Blick" erkennbar, welche Interessen und Neigungen die einzelnen Kinder haben. Weiterhin wird für die Erzieherin erkennbar, ob sie alle Bildungsbereiche gleichermaßen berücksichtigt hat. Einmal monatlich erfolgt in jeder Gruppe eine Auswertungs- und Planungsbesprechung. Hierbei werden die stattgefundenen Prozesse der pädagogischen Arbeit überprüft und daraus Verbesserungspotenziale bei der Planung der weiteren Arbeit berücksichtigt. Hierdurch ergibt sich ein regelmäßiger Kreislauf (siehe PDCA). Einmal jährlich erfolgt eine grundlegende Evaluation aller pädagogischen Prozesse, die drei Schritte beinhaltet:

1.Die Evaluation auf der Einrichtungsebene umfasst für jeden Prozess einen Bewertungsbogen, in den die MitarbeiterInnen ihre eigene Einschätzung kennzeichnen. In Evaluationszirkeln wird das Ergebnis dieser Einschätzungen analysiert, sich daraus ergebende Verbesserungspotenziale besprochen und im Sinne qualitativer Weiterentwicklung zur Umsetzung festgelegt.

2.Zur Fremdevaluation durch Eltern und Fachberatung gehört die Auswertung von regelmäßig durchgeführten Elternbefragungen und Elternbeschwerden sowie die Einschätzung durch die Fachberatungen. Die Ergebnisse der einrichtungsinternen Evaluationen und die Maßnahmeplanung leiten die Einrichtungen an die Fachberatung. Diese bewertet aus ihrer Sicht die festgelegten Maßnahmen in Bezug auf die Auswertungen und berät das Einrichtungsteam. Die abschließend festgelegten Maßnahmen werden umgesetzt.

3.Die Evaluation auf der Ebene Fachverbandes stellt darüber hinaus eine übergreifende Zusammenfassung aller Ergebnisse aus den 76 Tageseinrichtungen für Kinder auf der Ebene des Trägers dar. Diese Gesamtauswertungen geben Aufschluss darüber, ob ein Prozess wirksam umgesetzt wird oder welche grundsätzlicheren Probleme bzw. Verbesserungspotenziale vorhanden sind. Daraus resultierend werden Maßnahmen festgelegt.